Medienmitteilung Initiative erfolgreich

31. Oktober 2015

Vollgeld-Initiative kommt zur Abstimmung

Die Vollgeld-Initiative hat über 100’000 beglaubigte Unterschriften für eine Verbesserung des Geld- und Bankensystems gesammelt. Die Initiative des unabhängigen Vereins MoMo (Monetäre Modernisierung) will, dass die Nationalbank neben Münzen und Banknoten auch alles elektronische Geld erzeugt. Dieses elektronische Geld auf Schweizer Konten wird heute von Banken erschaffen, ist unsicher und gefährdet das Finanzsystem und damit die Volkswirtschaft.

Die Vollgeld-Initiative bietet eine einfache Lösung für ein stabiles Geld- und Bankensystem und setzt um, was sich die meisten Leute wünschen und heute schon für Realität halten:

·         Allein die Nationalbank erzeugt unser Geld - nicht nur Münzen und Banknoten, sondern auch das elektronische Geld auf unseren Konten.

·         Die Banken sind zuständig für Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung und Kreditvermittlung. Sie können aber kein eigenes Geld erzeugen.

Tatsache ist, dass heute 90 Prozent unseres Geldes, alles elektronische Geld auf unseren Konten, von privaten Banken und nicht von der Nationalbank erzeugt werden.

 

Vollgeld macht elektronisches Geld sicher wie Bargeld

Vollgeld ist vollwertiges gesetzliches Zahlungsmittel, das von der Nationalbank in Umlauf gebracht wird. Heute sind nur Münzen und Banknoten Vollgeld und damit sicheres Zahlungsmittel. Es ist das Ziel der Vollgeld-Initiative, dass neben Münzen und Noten zukünftig auch unser elektronisches Geld allein von der Nationalbank hergestellt wird. Vollgeld fördert das traditionelle Bankgeschäft und wirkt sich positiv auf die Realwirtschaft, Steuerzahler sowie Kantons- und Bundeskassen aus.

Sicheres Geld zum Wohle der Wirtschaft, der Steuerzahler und des Bankenplatzes

Die Vollgeld-Initiative ist eine Reaktion auf das heute fragile Banken- und Finanzsystem, für dessen erhebliche Risiken der Steuerzahler haften muss. Vollgeld hat zahlreiche Vorteile:

  1. Durch die geplante Reform wird unsicheres elektronisches Bankengeld auf unseren Konten zu sicheren Schweizer Franken.
  2. Mit der Vollgeld-Initiative werden Banken anderen Unternehmen gleichgestellt und unnötige Bürokratie abgebaut.
  3. Von Gewinnen durch das Erzeugen von neuem Geld profitieren mit Vollgeld die Steuerzahler, Bund und Kantone sowie die Realwirtschaft.

Banken erzeugen eigenes Geld

Das Geld auf unseren Bankkonten wird nicht von der Schweizerischen Nationalbank geschaffen, sondern von den Banken. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, entsteht neues Geld. Auf unseren Bankkonten liegen deshalb heute keine echten Schweizer Franken. Das Guthaben auf dem Konto ist nur ein Versprechen der Bank, bei Bedarf Bargeld - echte Schweizer Franken - auszuzahlen. Solche elektronischen Guthaben umfassen mittlerweile 90 Prozent unseres Geldes und sind nur mit minimalen Reserven gesichert. Diese Tatsache macht das Banken- und Finanzsystem unsicher und krisenanfällig.

Historische Parallele

Bis Ende des 19. Jahrhunderts konnten private Banken in der Schweiz eigene Banknoten drucken. Das Bankengeld führte damals zu Unsicherheit und Übertreibungen. In einer Volksabstimmung entschied deshalb das Schweizer Volk 1891, dass unser Geld  (“Banknoten und andere gleichartige Geldzeichen”) einzig und allein durch die Nationalbank erzeugt wird. Doch durch das Aufkommen des elektronischen Zahlungsverkehrs erhielten die Banken im Laufe der Zeit erneut die Möglichkeit, eigenes Geld zu erschaffen. Die Folgen sind heute wiederum Finanzblasen, Übertreibungen und ein unsicheres Bankensystem. Die Vollgeld-Initiative will dem Willen des Schweizer Volkes wieder Geltung verschaffen, indem die Verfassung der heutigen Technologie angepasst wird.

Save the date:

Die Unterschriften der Vollgeld-Initiative werden am 1. Dezember 2015 offiziell in Bern eingereicht. Bitte merken Sie sich das Datum vor. Weitere Informationen folgen.

Weitere Informationen:

     Die Kernbotschaften der Vollgeld-Initiative

     Fünf Fragen und fünf Antworten zur Vollgeld-Initiative

     Antworten auf kritische Fragen zur Vollgeld-Initiative

      Pressedossier

     . Pressebilder

      Wissenschaftler unterstützen Vollgeld

     Video: Vollgeld-Initiative: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank

 

Für Fragen, Quotes oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Raffael Wüthrich, Medienarbeit, 078 817 01 47, raffael.wuethrich@vollgeld-initiative

 

Gut zu wissen - Vollgeld-Initiative

Vor über hundert Jahren wurde den privaten Banken verboten, Geldscheine zu drucken und das Recht Noten zu drucken der Nationalbank übertragen. Mit dem elektronischen Geld auf unseren Privatkonten (Giral- oder Buchgeld), welches ausschliesslich von den Banken geschaffen wird, muss nun dasselbe passieren, weil es bereits 90% der umlaufenden Geldmenge ausmacht und ein unsicheres Bankensystem und Wirtschaftskrisen zur Folge hat. Banken vergeben in einem Vollgeldsystem weiterhin Kredite, müssen sich das Geld aber vorher bei Sparern, anderen Banken oder der Nationalbank beschaffen und dürfen das Geld nicht mehr selbst erschaffen.

Vollgeld steht für ein vollgültiges gesetzliches Zahlungsmittel, herausgegeben durch die Nationalbank. Vollgeld ist sicher vor Bankenpleiten, verhindert Finanzblasen und Inflation. Dank Mehreinnahmen wird die Schweiz als erstes Land der Welt – ganz ohne Steuererhöhungen und Sparpakete – komplett schuldenfrei.

In vielen Ländern wird Vollgeld bereits in der Bevölkerung diskutiert und in den Medien vermehrt thematisiert. In der Schweiz ist Vollgeld auf dem Weg zur Volksabstimmung.

Die Vollgeld-Initiative:
fünf Fragen, fünf Antworten

1) “Was bedeutet der Begriff ‘Vollgeld’?”

Vollgeld ist echtes Geld der Nationalbank.
Heute sind nur Münzen und Banknoten Vollgeld und gesetzliche Zahlungsmittel. Diese machen aber lediglich etwa 10 Prozent der umlaufenden Geldmenge aus. Zirka 90 Prozent sind elektronisches Geld (Buchgeld), das die Banken per Knopfdruck selber schaffen, um damit ihre Geschäfte (u.a. Kredite, Immobilien, Aktien) zu finanzieren. Die meisten Leute glauben, die Guthaben auf einem Bankkonto seien echte Franken. Ein Trugschluss! Ein Konto ist bloss eine Forderung des Kunden, bzw. ein Versprechen der Bank auf echte Franken, aber selbst kein gesetzliches Zahlungsmittel. Mit der Vollgeld-Initiative soll auch das elektronische Geld auf unseren Privatkonten zu Vollgeld werden.

2) “Was will die Vollgeld-Initiative konkret?”

Echte Franken für alle!
Die Vollgeld-Initiative will genau das, wovon viele denken, dass es schon so ist, nämlich: Allein die Nationalbank stellt künftig Geld her, auch das elektronische Geld. Das entspricht der ursprünglichen Intention der Bundesverfassung (ab 1891 Art. 36, heute Art. 99: „Das Geld- und Währungswesen ist Sache des Bundes“). Dann dürfen Banken kein eigenes Geld mehr erzeugen, sondern nur noch Geld verleihen, das sie von Sparern, anderen Banken oder, soweit nötig, der Nationalbank zur Verfügung gestellt bekommen. Hinter der Initiative steht der überparteiliche Verein Monetäre Modernisierung (MoMo) und ein wissenschaftlicher Beirat.

3) “Was sind die wesentlichen Vorteile des Vollgeldes?”

Sichere Konten, Entlastung der Steuerzahler und Realwirtschaft und faire Marktwirtschaft.
Das Vollgeld auf Zahlungskonten ist vollumfänglich sicher, da es Geld von der Nationalbank ist. Bankenpleiten können ihm nichts anhaben. Der Steuerzahler und die Realwirtschaft werden entlastet, denn die Nationalbank kann Milliarden zusätzlicher Geldherstellungerlöse an Bund, Kantone oder als Bürgerdividende auszahlen. Die Spielregeln für Banken und Unternehmen sowie Gross- und Kleinbanken sind wieder dieselben. Finanzblasen werden verhindert, weil die Banken kein eigenes Geld mehr schaffen können. Der Staat wird aus der Geiselhaft befreit, weil er Banken nicht mehr mit Steuermilliarden retten muss (too big to fail), um den Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten. Die Finanzbranche steht wieder im Dienst von Realwirtschaft und Gesellschaft. Mit Vollgeld ist das Geld- und Bankensystem kein Buch mit sieben Siegeln mehr, es wird wieder verständlich.

4) “Wie gehen die Banken mit Vollgeld um?"

Das traditionelle Bankgeschäft wird gefördert.
Die Banken bieten nach einer Umstellung auf Vollgeld weiterhin alle Finanzdienstleistungen an (u.a. Kreditvergabe, Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung). Jedoch gibt es nur noch Nationalbank-Geld auf unseren Zahlungsverkehrskonten. Das elektronische Geld ist damit genauso vollwertiges Geld wie heute Münzen und Banknoten. Somit können die Banken nur noch mit Geld arbeiten, das ihnen von Sparern, anderen Banken oder, soweit nötig, von der Nationalbank zufliesst oder das sie selber besitzen. Damit haben sie keinen unfairen Vorteil gegenüber allen anderen Marktteilnehmern mehr, da sie Geld nicht mehr selber erzeugen können. Banken können auch mit Vollgeld rentabel arbeiten, das zeigt die Postfinance, die heute schon wie eine “Vollgeld-Bank” funktioniert.

5) “Welche Auswirkungen hat das Vollgeld für Bankkunden?”

Das Geld auf dem Konto wird so sicher wie Bargeld.
Auf allen Konten, die dem Zahlungsverkehr dienen, befindet sich ab dem Zeitpunkt der Umstellung Vollgeld, das heisst von der Nationalbank garantiertes elektronisches Geld. Die Bank verwaltet diese Konten wie Wertschriften-Depots. Das Geld gehört den Kontobesitzern und geht nicht verloren, falls eine Bank in Schieflage gerät. Allerdings wird es nicht verzinst. Wer lieber Zins statt krisensicheres Geld möchte, kann der Bank nach wie vor sein Geld über ein Sparkonto oder alternative Anlagemöglichkeiten gegen Zins zur Verfügung stellen.

Vollgeld-Initiative:
Antworten auf kritische Fragen

1) “Ist die Vollgeldreform ein gigantischer Systemwechsel mit unabsehbaren Folgen?“

Überhaupt nicht! Vollgeld ist nichts Neues, sondern gibt es seit 2000 Jahren als Münzen und seit über 100 Jahren als Banknoten.
Mit der Vollgeldreform wird lediglich das 1891 vom Stimmvolk beschlossene Banknotenmonopol auf das elektronische Buchgeld ausgeweitet und so an die digitale Entwicklung angepasst. Technisch gesehen wird «privates» durch «öffentliches» Buchgeld ersetzt. Der exakt selbe Vorgang gelang vor hundert Jahren beim Tausch privater Banknoten mit Banknoten der Nationalbank und machte das Finanzsystem stabiler.
Vollgeld entspricht einem traditionellen Bankenbild. Für den einzelnen Bankkunden ändert sich nur sehr wenig. Negative Auswirkungen auf die Banken oder den Finanzplatz Schweiz sind ausgeschlossen, denn es gibt eine ausreichende Einführungszeit und keine blinden Automatismen. Jeder Schritt kann bei Bedarf von der Nationalbank korrigiert werden.

2) “Führt die Vollgeld-Initiative nicht zu einem Untergang des Bankenplatzes Schweiz?”

Weshalb sollte eine sichere Währung dem Schweizer Finanzplatz schaden?
Alle Banken in der Schweiz erhalten einen Wettbewerbsvorteil bei der Verwaltung von Kundengeldern gegenüber dem Ausland, da der Franken zum sichersten Geld der Welt wird. Das Markenzeichen Schweizer Banken ist Sicherheit, Stabilität und Seriosität. Diese strategische Positionierung wird durch die Vollgeldreform unterstützt.
Vollgeld fördert das traditionelle und solide Bankgeschäft. Mit Vollgeld können Banken rentabel und langfristig nachhaltig arbeiten. Die Arbeitsplätze in der Bankenbranche bleiben gesichert. Das zeigt die PostFinance, die erfolgreich wirtschaftet, ohne selber Geld zu erschaffen. Da die PostFinance heute keine volle Banklizenz besitzt, kann sie durch Kreditvergabe kein Geld erzeugen, sondern nur mit Geld arbeiten, das ihr von Sparern oder Banken zur Verfügung gestellt wird; trotzdem machte sie in den letzten Jahren durchschnittlich rund 600 Millionen Franken Gewinn. Auch Versicherungen und andere Finanzunternehmen arbeiten rentabel, ohne selbst Geld herzustellen.
Mit Vollgeld kann die Bankenregulierung grundlegend vereinfacht werden. Statt mit immer mehr Gesetzen und Regulierungen die Symptome zu bekämpfen, wird das Problem endlich an der Wurzel angegangen: Risikoreiche Geschäfte können nicht mehr mit selbst geschaffenem Geld finanziert werden. Vollgeld ermöglicht so auch einen Abbau der Bürokratie im Bankensystem. Dies wird zu einem Standortvorteil des Schweizer Finanzplatzes im globalen Wettbewerb.

3)“Führt Vollgeld zu einer Verunsicherung der Finanzmärkte?”

Warum soll sicheres Geld verunsichern? Und: Vollgeld kann so eingeführt werden, dass die Finanzmärkte es gar nicht merken.
Die Umstellung auf Vollgeld kann ganz sanft und ohne Brüche geschehen, so dass die Banken und Finanzmärkte in den ersten Jahren nichts davon spüren. Dazu müsste die Nationalbank lediglich alle Kreditnachfragen der Banken unbeschränkt bedienen und die Zinsen dafür nicht erhöhen. Dann würde den Banken nicht auffallen, dass sie selbst kein Geld mehr herstellen dürfen. Denn ob eine Bank kostenlos selbst Geld erzeugt oder zu Null Prozent Zins von der Nationalbank leiht, macht für sie keinen Unterschied. Langfristig sollte die Nationalbank die Geldschöpfung schon begrenzen, um Finanzblasen zu verhindern, doch das kann sich langsam entwickeln.

4) “Kann die Schweiz im Alleingang das Vollgeld einführen?”

Ja, denn ein Franken bleibt ein Franken.
Für das Ausland ist es grundsätzlich unerheblich, wie die Schweiz ihr Geld herstellt, ob mit oder ohne Golddeckung, oder ob die Mindestreserven 2, 10 oder 100 Prozent betragen. Entscheidend für das Ausland ist, dass die Nationalbank eine “gute”, auf Preisstabilität ausgerichtete Geldpolitik betreibt. Ausländische Geschäftspartner würden überhaupt nicht bemerken, wenn die Schweiz auf Vollgeld umstellt. Denn am heute üblichen Devisenhandel ändert sich gar nichts, ausländische Währungen können wie bisher in Schweizer Franken getauscht werden. Die Schweiz profitiert von den Vorteilen des Vollgeldes, egal ob andere Staaten auch Vollgeld einführen oder nicht.

5) “Führt Vollgeld nicht zu einer Gefährdung der Unabhängigkeit der Nationalbank?”

Nein, die Nationalbank ist wie das Bundesgericht nur dem Gesetz verpflichtet und somit unabhängig von der Einflussnahme des Bundesrates, der Politik und der Wirtschaft.
Die Nationalbank kümmert sich nur um die Geldmenge und nicht um einzelne Kreditvergaben oder die Verteilung des Geldes. Die demokratische Legitimation der Nationalbank könnte in der Ausführungsgesetzgebung (nach Annahme der Vollgeld-Initiative) weiter ausgebaut werden.

Schaubilder zur freien Verwendung:

 

Die PDFs sind in Druckqualität, download durch Anklicken.

(Für die Datenübermittlung an Druckereien finden Sie hier Versionen im pdf/X-3 Format, was aber nicht für normale Desktopdrucker geeignet ist: Graphik Was will die Vollgeld-Initiative, Graphik Heutiges Geldsystem, Graphik Vollgeldreform)

Pressedossier vom 3. Juni 2014:
Vollgeld-Initiative lanciert!

Zum Start der Vollgeld-Initiative am 3. Juni 2014 veranstalteten wir in Bern eine Medienkonferenz. Hier finden Sie die Dokumente der Pressemappe:

- Medienmitteilung: Unterschriftensammlung zur Vollgeld-Initiative gestartet (als pdf)
- Facts zur Vollgeld-Initiative
(wichtige Zahlen und Graphiken zur freien Verwendung)

- Präsentation der Medienkonferenz
- Einleitende Rede von Hansruedi Weberfa/img/Pressekonferenz_Start_der_Initiative/2014_06_03_H.Weber-Einleitung_Vollgeld-Initiative.pdf, Präsident des Vereins Monetäre Modernisierung (MoMo), dem Trägerverein der Vollgeld-Initiative,
-
„Die Vollgeld-Initiative aus staatsrechtlicher Sicht“, Rede von Philippe Mastronardi, Professor für Öffentliches Recht, Universität St. Gallen, em., Wissenschaftlicher Beirat des Vereins Monetäre Modernisierung,
- „Die Vollgeld-Initiative aus ökonomischer Sicht“, Rede von Reinhold Harringer, Dr. oec., ehem. Leiter Finanzamt Stadt St.Gallen, Sprecher der Vollgeld-Initiative, Mitglied des Initiativkomitees (Deutschschweiz)
- „Vollgeld-Initiative: Gerechtigkeit beginnt mit dem richtigen Geld“, Rede von François de Siebenthal, Économiste HEC Lausanne et lic. és sc. iur., Mitglied des Initiativkomitees (Romandie), Text auf Französisch und Deutsch
- „Vollgeld-Initiative: Soziale und ökologische Auswirkungen“, Rede von Enrico Geiler, Mitglied des Initiativkomitees (Tessin), Text auf Italienisch und Deutsch

Fotos von der Startkonferenz finden Sie hier. Die Presseresonanz auf den Start der Unterschriftensammlung finden Sie hier.

Medienmitteilung vom 3. Juni 2014

Unterschriftensammlung zur Vollgeld-Initiative gestartet

Gegen Finanz- und Spekulationsblasen: Die Volksinitiative ”Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank” (Vollgeld-Initiative) wurde am Dienstag 3. Juni 2014 in Bern gestartet. Sie will das Geldsystem wieder in den Dienst von Realwirtschaft und der Gesellschaft stellen.

Die Schweizer Stimmbürger haben im Jahre 1891 dem Bund das alleinige Recht übertragen, Münzen in Umlauf zu bringen und Banknoten als gesetzliches Zahlungsmittel (Vollgeld) herzustellen. Jedoch wurde dieses Vorrecht der Geldherstellung von der technischen Entwicklung im Zahlungsverkehr ausser Kraft gesetzt. Heute sind nur 10 Prozent der kaufkräftigen Geldmenge Münzen und Noten; 90 Prozent sind elektronisches Buchgeld, das die Banken in Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit eigenmächtig selber schaffen. Mit andern Worten: Guthaben auf Konten sind Forderungen gegenüber Banken, also ein Versprechen, aber kein gesetzliches Zahlungsmittel!

Keine Geldschöpfung mehr für private Banken
Hier setzt die Vollgeld-Initiative an. Das Geldschöpfungsmonopol der Nationalbank soll auf das elektronische Buchgeld ausgeweitet werden. Es wird wie Münzen und Noten zum gesetzlichen Zahlungsmittel. Das Geld auf den Privatkonten gehört dann voll und ganz dem Kontoinhaber. Diese Konten werden wie Treuhandkonten ausserhalb der Bankbilanz geführt und sind somit bei einer Bankpleite nicht mehr in der Konkursmasse. Die Banken dürfen jedoch weiterhin mit Geld arbeiten, das sie von Sparern, Unternehmen, Versicherungen, anderen Banken und der Nationalbank zur Verfügung gestellt bekommen. Mittels Kreditvergabe eigenes Geld zu schaffen, ist Ihnen nicht mehr erlaubt.

Nie mehr: “too big to fail”
Mit der Umsetzung der Vollgeld-Initiative erhält die Schweiz das sicherste Geld der Welt. Finanzblasen und Spekulationen durch die Geldherstellung der Banken werden verhindert und damit die Realwirtschaft stabilisiert. Der Staat wird aus der bisherigen Geiselhaft befreit: Da der Zahlungsverkehr vom übrigen Bankgeschäft getrennt wird, müssen Banken künftig nicht mehr wegen des ”too big to fail” mit Steuergeldern gerettet werden.

Vollgeld entlastet den Staat und die Steuerzahler
Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages bringt die Nationalbank das neu geschaffene Geld schuldfrei durch den Bund, die Kantone oder die direkte Zuteilung an die Bürgerinnen und Bürger in Umlauf. Allein durch die Umstellung auf Vollgeld entstehen öffentliche Mehreinnahmen von vielen Milliarden Franken. Damit können Staatsschulden abgebaut, Steuersenkungen durchgeführt oder Gelder gezielt in die Infrastruktur und Sozialwerke geleitet werden. Das müssen dann jeweils die ParlamentarierInnen entscheiden. Die Nationalbank ist für die Preisstabilität und Kontrolle der Geldmenge verantwortlich, aber nicht für deren Verteilung.

Hintergrund
Die Initiative wird vom überparteilichen Verein Monetäre Modernisierung (MoMo) getragen und wurde mit einem wissenschaftlichen Beirat seit 2011 vorbereitet. MoMo gehört zu einem internationalen Netzwerk, das Organisationen in 17 Ländern umfasst.

Weitere Informationen
Weitere Informationen unter: www.vollgeld-initiative.ch. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Daniel Meier: daniel.meier@vollgeld-initiative.ch oder  +41 (0)79 773 34 50

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