Wissenschaftler begruessen Vollgeld-Initiative

Peter Ulrich, Professor für Wirtschaftsethik, Universität St.Gallen, em.:

"Dass Geschäftsbanken auf selbst geschöpftem Giralgeld durch Kreditvergabe an die öffentliche Hand (Staatsanleihen) Zinsen zu Lasten der Allgemeinheit verdienen, hat sich im Zeitalter eines entfesselten Finanzkapitalismus als höchst ungerechter Systemfehler erwiesen. Das Vollgeldkonzept geht dieses Problem an der Wurzel an, indem öffentliche Geldversorgung (durch die Nationalbank) und private Kreditvergabe (durch private Geschäftsbanken) sauber getrennt werden. Die Guthaben der Bürger und der Unternehmen fallen dann zudem nicht mehr in die Konkursmasse einer zusammenbrechenden Bank. So braucht diese nach Fehlspekulationen nicht mehr mit öffentlichen Mitteln gerettet zu werden und die bisherige Geiselhaft der Steuerzahler entfällt."

Philippe Mastronardi, Professor für Öffentliches Recht, Universität St. Gallen, em.:
"Die Finanzbranche hat unter Vollgeld einen Service Public im Dienst der Realwirtschaft und der Gesellschaft zu erfüllen."

Hans Christoph Binswanger, Professor für Wirtschaftswissenschaft, Universität St. Gallen, em.:
„Heute geht es darum, eine Zwischenlösung zu finden zwischen dem Goldstandard, in dem die Geldschöpfung durch die Menge  der vorhandenen Goldreserven beschränkt war, und der heutigen Geldordnung, der eine grenzenlose Schöpfung von Papier- und Bankgeld möglich ist. Eine (Wieder-)Anbindung der Geldschöpfung an die Goldreserven würde die Geldschöpfung zu stark einschränken. Es muss aber den Zentralbanken die Möglichkeit gegeben werden, die Geldschöpfung so weit in Grenzen zu halten, dass keine neuen Spekulations- und Inflationstendenzen drohen, die wieder zu Finanz- und Wirtschaftskrisen führen, wenn die Geldmenge schon zu stark expandiert ist und diese Überexpansion nachträglich wieder eingeschränkt werden muss. Um aus der Krisengefahr herauszufinden, müssen die Zentralbanken in die Lage versetzt werden, die Geldschöpfung direkt zu kontrollieren.“

Heinrich Bortis, Professor für Wirtschaftstheorie und Wirtschaftschaftsgeschichte, Universität Fribourg, em.:
"Die Nationalbank ist zuständig für die Versorgung der Wirtschaft mit Basisgeld (Münzen und  Banknoten). Die Vollgeldinitiative sieht nun vor, dass sie auch die Buchgeldschöpfung steuert. Das beinhaltet eine enge Zusammenarbeit zwischen Banken und Nationalbank.
Die Vollgeld-Initiative ist schon deshalb sehr wichtig, weil sie bewusst macht, dass neue nationale Geldsysteme erforderlich sind und so die Diskussion darüber in Gang bringt. Das ist aber nur ein erster Schritt. Wir brauchen auch unbedingt ein neues Weltwährungs-System mit einem supranationalen Weltgeld, wie es Keynes bereits 1944 vorgeschlagen hat. Internationale Güter- und Finanztransaktionen würden über dieses supranationale Geld abgewickelt. So könnten sowohl Überschuss- wie Defizitländer zur langfristigen Herstellung von Leistungsbilanzgleichgewichten beitragen."

Raimund Brichta, Geldexperte, Finanzjournalist und TV-Moderator:

"Unser Geldsystem weist nach meiner Analyse mehrere bedeutsame Schwächen auf. Deshalb halte ich es für unabdingbar, eine breite Diskussion über mögliche Alternativen in Gang zu bringen. Vollgeld-Initiativen wie die in der Schweiz leisten dazu einen wesentlichen Beitrag."

Marco Saba, Ökonom und Präsident des "Istituto di Alti Studi sulla Sovranità Economica e Monetaria (IASSEM)" in Mailand:
"In Italien, wo man noch nicht öffentlich zugibt dass die Banken Geldproduzenten sind anstatt reine Vermittler, bewundern wir die mutige schweizer Vollgeld-Initiative. Der sichere Weg um die monetäre Souverenität zu erhalten ist die Geldschöpfung einer öffentlichen Institution zu übergeben und den Banken die Fähigkeit zu lassen sich bei dieser durch Kredite zu finanzieren, anstatt umgekehrt. Auf diese Weise wird man die Steuern reduzieren können indem man dem
enttäuschenden Konzept der "öffentlichen Schulden" den noch unbekannten doch wertvollen des "öffentlichen Kredits" gegenüberstellt. Ein ähnliches Resultat könnte auch erzielt werden
indem man die Geldschöpfung der Privatbanken zu 100% besteuert, doch
nur wenn die Banken diese Gedschöpfung in den Aktiva der Bilanz verbuchen
werden, was heute nicht der Fall ist.."

Patrick Schüffel, Professor und Director des Institute of Finance, Hochschule für Wirtschaft Freiburg (Schweiz):
„Die Vollgeld-Initiative ist schon jetzt ein Riesenerfolg als dass sie zur öffentlichen Diskussion über Fiatgeldsysteme anregt, die auf Mindestreserve-Prinzipien beruhen.“

Irmi Seidl, Ökonomin, Privatdozentin der Universität Zürich, Herausgeberin des Buches „Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft“:
„Die Übertragung der Giralgeldschöpfung an die Nationalbank ist eine wichtige Voraussetzung, um die Wachstumsorientierung unserer Ökonomie und Gesellschaft zu reduzieren. Eine Postwachstumsgesellschaft braucht eine wohldurchdachte, am Gemeinwohl orientierte Geldmengenpolitik. Geldschöpfung bedeutet Ausdehnung der ökonomischen Tätigkeit. Dabei berücksichtigen Banken weder ökologische Grenzen noch gesamtgesellschaftliche Interessen. Daraus resultieren ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Krisen und Verwerfungen, die wir nicht weiter hinnehmen sollten. Eine unabhängige Notenbank soll künftig alleine, gezielt, koordiniert und an verschiedenen Notwendigkeiten orientiert neues Geld schöpfen können.“

Dr. phil. Josef Naef, Dozent für Wirtschaftsethik, Berner Fachhochschule:
"Die Vollgeld-Initiative kann nicht alle Problemedes eigensinnigen Wirtschaftssystems und des weitverbreiteten dummen Egoismus lösen. Aber es ist zweifellos ein wichtiger Meilenstein, um das Finanzsystem wieder an die Realwirtschaft zurückzubinden. Die Schweizer Bürger können mit dieser ordoliberalen Idee eine wichtige Vorreiterrolle übernehmen und deutlich zum Ausdruck bringen, dass sie das ethisch höchst fragwürdige Geschäftsgebaren der Banken nicht länger dulden. Es ist ein grosser Irrtum zu glauben, dass die Menschen in der Finanzwelt ihre Lehren aus der letzten Finanzkrise gelernt haben, vielmehr steht die Staatskrise vor der Tür."

Mark Joób, Professor für Wirtschaftswissenschaften der Universität Sopron (Ungarn) und Forscher am Institut für Wirtschaftsethik an der Universität St.Gallen:
"Es ist an der Zeit, das Geldsystem dem Profitstreben privater Finanzakteure zu entziehen und in den Dienst am demokratisch definierten Gemeinwohl zu stellen. Vollgeld macht es möglich, unsere Wirtschaft auf Stabilität, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit auszurichten." (www.joob.org)

Sergio Rossi, Professor für Makroökonomie und Monetäre Ökonomie, Universität Freiburg (Schweiz):
„Die Vollgeld-Initiative will verhindern, dass Banken ihre Geldschöpfungsmacht missbrauchen können, um Kredite zu gewähren, die zu einer Erhöhung der Geldmenge ohne entsprechende Erhöhung des Sozialprodukts führen. Damit wird eine fundamentale Debatte über das Verständnis der wesentlichen Ursache der weiterhin in vielen Ländern grassierenden systemischen Finanzkrise angestoßen. Deswegen verdient die Initiative die Aufmerksamkeit der politischen Entscheidungsträger und sämtlicher Interessengruppen, einschließlich der Banken, die ein unbestreitbares Interesse an der finanziellen Stabilität des Wirtschaftssystems haben, aus welchem sie ihre Profite und die Entlohnung ihrer Führungskräfte schöpfen.“

Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten und Privatdozent an der Universität St. Gallen. :
"Die Rolle des Geldes in einer modernen Wirtschaft erschliesst sich erst, wenn man den Prozess der Geldschöpfung genauer betrachtet. Erstens können Banken Geld aus dem Nichts schaffen. Und zweitens ermöglicht diese Geldschöpfung ein stetiges Wirtschaftswachstum. Allerdings muss man sich zuerst vom verbreiteten Irrtum lösen, dass Banken Geld von Kunden ausleihen und es dann selbst weiterverleihen."

(Im März 2015 erschien sein neuestes Buch "Geld aus dem Nichts – Wie Banken Wachstum ermöglichen und Krisen verursachen." Gemäss einem Ranking der NZZ des Jahres 2014 gehört Mathias Binswanger zu den 10 einflussreichsten Ökonomen der Schweiz.)

Sighard Neckel, Professor für Soziologie der Sozialen Ungleichheit an der Goethe Universität Frankfurt am Main:

"Das gegenwärtige Geld- und Finanzsystem erlaubt es den Banken mittels eigens geschöpftem Geld zu spekulieren und übermässig viele Kredite zu vergeben. Wie die andauernde Finanz- und Staatsschuldenkrise seit 2008 zeigt, ergeben sich daraus gravierende Konsequenzen für die Gesellschaft. Einerseits müssen Banken mit Steuergeldern gerettet werden und andererseits wächst die Kluft zwischen armen und reichen Schichten durch die massive Verschuldung immer stärker an. Die Vollgeld-Initiative schafft Raum um eine fundierte Diskussion über die heutigen gesellschaftlichen Probleme sowie die Herausforderungen einer nachhaltigeren Zukunft führen zu können."

Dr. phil. Peter Hablützel, Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Wirtschaftsgeschichte, ehem. Direktor des Eidgenössischen Personalamts:
"Die wenigsten Leute wissen, dass das meiste Geld im Umlauf einer modernen Volkswirtschaft nicht von der Notenbank, sondern von privaten Geschäftsbanken stammt. Wenn ich mein Haus oder sonst ein Projekt mit einem Bankkredit finanziere, so ist davon nur ein Bruchteil mit Geld der Nationalbank unterlegt. Den Rest schöpft meine Bank aus dem Nichts. Aber sie verlangt von mir dafür alle Sicherheiten und einen satten Zins. In diesen für viele mysteriösen Kern des Kapitalismus zielt die Vollgeld-Initiative."

Bernd Lüthje, Volkswirt und Bankmanager, ehem. Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank:
„Wenn das Vollgeldsystem die Bankenaufsicht überflüssig machen würde, wäre es allein schon deshalb das richtige Geldsystem. Dann könnte die Aufsicht keine Bankkrisen mehr verursachen und auslösen. Die nachfolgenden Vermögensvernichtungen in grossem Umfange würden verhindert. Auch würden die stark ansteigenden direkten Bankabführungen an die Aufsicht und die sich weit stärker erhöhenden internen Regulierungskosten wegfallen. Entsprechend würden die Bankprodukte billiger und würden – noch wichtiger – nicht mehr von der Aufsicht gegängelt werden. Der normale Privatkunde und auch der kleinere Mittelständler könnten wieder Kredit erhalten.“

Dr. Thomas Mayer, Gründer Flossbach Research Institut, ehemals Chefvolkswirt Deutsche Bank:
„Wegen der Krisenanfälligkeit unseres über die Kreditvergabe der Banken geschaffenen privaten Schuldgelds ist die Marktwirtschaft selbst ins Gerede gekommen und wird von populistischen Politikern bedroht. Vollgeld versucht, das Problem an der Wurzel zu packen und kann helfen, unsere marktwirtschaftliche Ordnung vor den Befürwortern der zentral gelenkten Planwirtschaft zu schützen. Ich bin deshalb ein Weggefährte der Vollgeldreform. Als danach folgender Schritt sollte allerdings die Privatisierung des Geldes stehen, denn nur dadurch können wir den staatlichen Leviathan nachhaltig eindämmen.“

Norbert Bernholt, Geschäftsführer der Akademie Solidarische Ökonomie (www.akademie-solidarische-oekonomie.de):
„Mit dem Konzept des  Vollgeldes liegt eine notwendige Voraussetzung dafür vor, dass Geld sich nicht mehr aus sich selbst heraus vermehren kann. Es entfällt eine wesentliche Antriebsfeder für den in unserer Wirtschaftsweise fortwährend postulierten  Wachstumszwang. Wir wären mit der Einführung des Vollgeldes einen bedeutenden Schritt weiter auf dem Weg zu einer Wirtschaft, die sich nicht der Steigerung der Renditen sondern dem Wohl der Menschen verpflichtet fühlt.“

Ben Dyson, Mitbegründer “Positive Money” (UK), Co-Autor des Buches “Modernising Money – why our Money System is broken, and how it can be fixed”:

"Money affects almost every aspect of our lives, so if we want to deal with the big social and economic challenges we're facing today, then reforming the money system is the place to start. Removing the power to create money from the same banks that caused the financial crisis, and returning it to a democratically accountable body, working in the public interest, would have significant benefits for the economy and society as a whole."

Dirk Müller, Finanzexperte, Autor diverser Bücher und bekannt als "Mr. Dax":
Den privaten Banken das Recht zur Geldschöpfung aus dem Nichts zu entziehen, ist eines der Kernelemente um dem Strukturversagen des Finanzsystems bereits an der Wurzel zu begegnen. Die Geldschöpfung und Geldversorgung ist eines der Schlüsselelemente unserer Gesellschaft. Dies als hoheitliche Aufgabe wieder vollständig in die Hand des Staates und somit der Gemeinschaft zu übertragen, ist eine grundlegende Selbstverständlichkeit für jeden, der das Geldsystem verstanden hat. Eine unabhängige Zentralbank ("Monetative"), die gleichberechtigt neben der Legislative, der Executive und der Judikative steht, muss das Ziel sein.
Ein Vollgeldsystem ist der beste Schritt dorthin.“

Bernd Senf, Professor em. für Volkswirtschaftslehre, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Autor diverser Bücher und Videos zur Problematik des Geldsystems, Schöpfer des Begriffs „Monetative“. www.berndsenf.de

"Geldschöpfung gehört in öffentliche Hand, aber nicht in die Hand der Regierung, sonder einer von Regierung und privater Finanzwelt unabhängigen Institution. Es freut mich, dass Joseph Hubers Konzept einer 'Vollgeld-Reform' und meine Idee einer 'Monetative' immer mehr Beachtung finden. 'Der Nebel um das Geld' - insbesondere auch um die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken - hat sich immer mehr gelichtet, und die Not-Wendigkeit (sic!) einer grundlegenden Geldreform zur Vermeidung künftiger Finanzkrisen wird immer deutlicher."

Christian Felber, Publizist, Autor des Buches „Geld – die neuen Spielregeln“, Mitinitiator der Gemeinwohl Ökonomie Bewegung:

"Geld sollte zu einem öffentlichen Gut werden. Das bedeutet an erster
Stelle, dass die Spielregeln der Geldordnung demokratisch beschlossen
werden. Ich schlage die Abhaltung kommunaler Geldkonvente vor, in denen
alle Bürgerinnen und Bürger die Spielregeln mitbestimmen können, sodass
Geld dem guten Leben und dem Gemeinwohl dient."

Dr. Eva-Maria Hubert, Ökonomin, Partnerin von MonNetA und GCN:
"Geld und Geldwesen beeinflussen das Wohlergehen jedes Einzelnen, sie sind von vitaler Bedeutung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Verstehen wir die "Sozialtechnik Geld" richtig, können wir sie demokratisch kontrollieren und für eine nachhaltig wirtschaftende und resiliente Gesellschaft dienstbar machen. Aufklärungsarbeit und Zielsetzung der Vollgeld-Initiative sind hierfür sehr wertvoll. Mein Wunsch wäre, dass jeder Bürger diese Themen, die auf dem Werk Irving Fishers aufbauen, einmal intensiv durchdenkt."

Sergio Morandi, Ökonom, Banker und Unternehmer:

"The sovereign money reform is the first necessary step for a more just society at a time when the frictions and the inequalities of today's society and the pressure upon the environment have reached a critical point. Thanks to this popular initiative all citizens, through their support, will be able to give a tangible contribution so that this change may take place."

Helge Peukert, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Erfurt:

"Das bestehende Geldsystem hat grundlegende, strukturelle Schwächen, denen man mit den bisherigen halbherzigen Reförmchen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene nicht beikommen kann. Eine wesentliche Ursache von Finanzkrisen besteht in den sich häufenden Boom-Bust-Zyklen, zu deren wesentlichsten Ursachen die prozyklische Kreditvergabe durch privatwirtschaftliche, gewinnorientierte Geldhäuser gehört. Eine Vollgeldreform könnte dem erfolgreich entgegenwirken."

James Robertson, Finanzwissenschaftler und Autor, Mitbegründer der New Economics Foundation, Oxon, UK:
"I strongly support the Swiss referendum. The initiative shows clearly how our present money system frustrates the well-meaning efforts of citizens and how it could be reformed so that it acts for the benefit of people and society rather than the opposite."

Joseph Huber, Professor für Wirtschafts- und Umweltsoziologie, Martin-Luther-Universität Halle, em.:
"Das Wichtigste ist, die öffentliche Kontrolle über das Geld wieder zu erlangen.
Die Banken erzeugen nach purem Eigeninteresse so viel oder so wenig Giralgeld wie ihnen gefällt. Banken sollen den Zahlungsverkehr managen und Kredite vergeben, aber nicht das Geld dafür selbst erzeugen.
Das Geldregal – das Recht, das Geld in der nationalen Währung herauszugeben – ist ein öffentliches Vorrecht von Verfassungsrang, von gleicher Bedeutung wie Gesetzgebung, Regierung und Justiz, das Steuer- und das Gewaltmonopol. Es ist grundfalsch, durch die Giralgelderzeugung ein so bedeutendes Vorrecht den Banken überlassen zu haben."

Johann Walter, Professor am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Westfälische Hochschule:

"Mit bankengesteuerter Kreditgeldschöpfung dominiert bei uns eine Art der Geldschöpfung, die einer internationalen Schuldenkrise Vorschub leistet, in der nun alle in gemeinsamer Abhängigkeit gefangen scheinen. Eine Vollgeld-Reform (bzw. allgemein: die Einführung einer kontrollierten Geldschöpfungskompetenz des Staates) könnte dagegen relativ leicht in eine bessere Welt mit weniger Schulden, stabilerer Geldversorgung, besserer öffentlicher Infrastruktur und gerechterer Verteilung führen. Durch eine solche Reform ließen sich auch weitere Vorteile realisieren. Es wäre daher sehr wünschenswert, wenn die Vollgeld-Verfassungsinitiative in der Schweiz erfolgreich wäre."

Jürgen Kremer, Professor für Mathematik, Hochschule Koblenz:
"Vollgeld - das bedeutet Abbau der Staatsverschuldung, nicht nur eine Begrenzung der Neuverschuldung. Vollgeld bedeutet auch, dass Geld durch Insolvenz von Banken nicht mehr gefährdet ist.
Ein Vollgeldsystem ermöglicht der Zentralbank eine bessere Steuerung der Geldmenge und damit eine bessere Kontrolle der Inflation, als das in unserem derzeitigen Kreditgeldsystem möglich ist.
Schließlich kann und sollte ein Vollgeldsystem so umgesetzt werden, dass die Umverteilung durch Kapitalerträge, und damit die Polarisierung der Gesellschaft, verringert wird.
Wenn es wahr ist, dass sich gute Ideen langfristig durchsetzen, dann werden Vollgeldsysteme eine Zukunft haben."

Margrit Kennedy, em. Professorin für Architektur, Universität Hannover (gest. am 28. Dez 2013):

"Die europäische Wirtschaft leidet seit der Einführung des Euro zunehmend unter den Fehlern, die in Banken und Börsen gemacht werden. Sie kann sich aber allein nicht gegen die Ausbeutung durch eine mächtige Finanzbranche wehren. Sie braucht die Hilfe des Staates dazu, der über eine Finanzmarktreform, die Schaffung des Geldes in die Hände der Zentralbanken legt und die Finanzbranche in den Dienst der Realwirtschaft und gesellschaftlicher Aufgaben stellt. Erst die notwendige Partnerschaft von Zentralbank und Geschäftsbanken sowie gemeinnützigen Instituten und Initiativen zur Schaffung komplementärer Währungen garantiert eine wirklich soziale Marktwirtschaft durch den Dienst, den sie der Öffentlichkeit leisten. Ich unterstütze daher die Schweizer Initiative zur Durchführung einer solchen Reform und wünsche ihr, dass sie imstande ist für Europa eine Vorbildfunktion zu übernehmen."

Niko Paech, Professor für Produktion und Umwelt der Universität Oldenburg, Autor des Buches „Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie":
"Die Vollgeldreform ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Postwachstumsökonomie. Um die ökologisch ruinöse Wachstumstumsorientierung europäischer Konsumdemokratien zu durchbrechen, ist ein anderes Geldsystem vonnöten. Dazu zählt auch, die willkürliche Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken zu unterbinden. Denn die unkontrollierbare Vergabe beliebig vieler und hoher Kredite zählt zu den Treibern jener Investitionsdynamik, die permanentes Wachstum auch dann erzeugt, wenn dieses nicht der Befriedigung zuvor artikulierter Bedürfnisse, sondern allein der Profitmaximierung dient. Das Recht auf Geldschöpfung darf nur bei der Zentralbank liegen."

Nicolaus Tideman, Professor für Volkswirtschaftslehre, Virginia Tech:
"Ein monetäres System in dem Banken neues Geld durch die Vergabe von Darlehen schaffen ist ungerecht und anfällig für Instabilität.  Es ist ungerecht, weil die Banken den grösste Teil des Gewinns erhalten der bei der Geldschöpfung anfällt.  Es ist anfällig für Instabilität weil Banken sowohl in Konkurs gehen können als auch nicht immer die nötige Menge an Krediten bereitstellen, die für die wirtschaftliche Stabilität erforderlich sind.  Um die Gerechtigkeit und Stabilität des monetäres Systems zu erhöhen sollte man Banken verbieten, Darlehen durch Einlagen zu finanzieren; stattdessen sollten sich Banken darauf konzentrieren 1) Geld aufzubewahren, 2) Zahlungen abzuwickeln, 3) Investmentfonds zu verkaufen, und 4) Darlehen an Investmentfonds zu vermitteln.  Diese Massnahmen würden sowohl Bankpleiten verhindern als auch Wirtschaftskrisen, die durch eine Reduzierung der Bankkreditvergabe verursacht werden. Ich befürworte Kredite mit unbegrenzter Laufzeit welche die Zentralbank an alle Steuerzahler vergibt, so dass die Geldmenge durch die Erhöhung und Verminderung der Darlehenssumme geregelt werden würde."

Reinhard Loske, Volkswirtschaftler, Professor an der Universität Witten/Herdecke (www.loske.de):
"Heute findet die Geldvermehrung im Wesentlichen bei den Geschäftsbanken statt. Denn sie dürfen Kredite in nahezu beliebiger Höhe vergeben und müssen nur eine geringe Mindestreserve halten. Das kann zu gefährlichen Aufblähungen der Geldmenge, zu Inflation und spekulativen Blasen führen. Der Anstieg der Immobilienpreise und Kurse risikoreicher Wertpapiere vor der Finanzkrise waren Beispiele dafür. Andererseits kann eine Unterversorgung mit Geld entstehen, wenn die Banken in einer Rezession die Kreditvergabe stark einschränken. Um beides zu verhindern, bekäme die Notenbank mit der Vollgeldreform das alleinige Recht, die Geldmenge zu steuern."

Richard Werner, Professor und Inhaber des Lehrstuhls für International Banking, Direktor, Centre for Banking, Finance and Sustainable Development, University of Southampton:

"Es ist das souveräne Recht des Volkes, sich ein attraktives und passendes Geld- oder Währungssystem auszusuchen und zu etablieren. Leider gab es bisher hierüber in der modernen Ära kaum öffentliche Debatten, geschweige denn Abstimmungen. Wie ich in meiner Quantitätstheorie des Kredits zeigte (Neue Wirtschaftspolitik, Vahlen Verlag, 2007), wird der Wirtschaftszyklus vom Bankkredit getrieben, wobei Kreditschöpfung für Finanztransaktionen (die nicht zum BIP beitragen) Vermögenswerteblasen und Bankenkrisen erzeugen, während produktive Kreditschöpfung zu stabilem und gerechterem Wachstum führen kann. Leider werden die Banken nicht zu Letzterem angehalten. Es erhebt sich daher die Frage, warum nicht ein System der transparenten Geldemission und -Verteilung durch die Volksvertretung (am besten dezentral auf Kommunalebene) eingeführt oder ausgebaut werden kann, das sicherstellt, daß Geld nicht für spekulative und destruktive Zwecke neu ausgegeben wird, sondern für Zwecke, die nachhaltiges und gerechtes Wachstum fördern. Ferner könnte ein System der gemeinschaftlichen Geldschöpfung die öffentliche Verschuldung drastisch reduzieren und damit die besten Voraussetzungen für niedrigere Steuern liefern."

Prof. Steve Keen, Professor für Volkswirtschaftslehre, bis 2013 Western University of Sydney, ab 2014 Leiter des wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereiches an der Kingston University (London).

"The financial crisis of 2008 and the continuing Depression in Europe make it obvious that our monetary system is broken, and also that we can’t rely on the banks and existing authorities to fix it. The Referendum is a chance to present an entirely different approach to the creation and management of the money supply. Whatever the outcome of this proposal, the debate it will allow over our monetary system is one we have to have."

Jean-Ziegler, Soziologe, Politiker und Autor:

"Das wirksamste Mittel des Nordens zur Herrschaft über den Süden ist heute der Schuldendienst"

Katharina Serafimova, Studienautorin und Expertin für die Schnittstelle zwischen Umwelt und Finanzmarkt beim WWF und Lehrbeauftragte an der Universität Zürich.

„Viele Menschen haben das Gefühl, dass im heutigen System etwas nicht stimmt. Ein Geldsystem, das uns zu immer höheren Gewinnerwartungen und Wachstum zwingt, kann auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nicht ewig gut gehen. Die gute Nachricht ist: Das Geldsystem ist kein Naturgesetz, sondern im besten Falle eine Wahl des Souveräns. Die Schweiz hat die direktdemokratische Möglichkeit eine Abstimmung zu fordern, wie wir unser Geldsystem organisieren wollen. Es ist höchste Zeit, wieder eine breitere Diskussion in Volk und Ständen darüber zu führen.“

Dr. rer. nat. Timm Gudehus, Unternehmensberater, Wissenschaftler und Autor, Hamburg:
„Das heutige Geldsystem ist intransparent, ungerecht und gefährlich. Die Geschäftsbanken erzeugen im Zuge der Kreditvergabe nach eigenem Ermessen Giralgeld in nahezu unbegrenzter Menge, das nur unzureichend gesichert ist. Die Folgen sind private Geldschöpfungsvorteile, Geldverluste bei Bankinsolvenzen, Inflationsgefahr, überschießende Finanzmarktausschläge und Konjunkturschwankungen sowie eine permanent ansteigende Staatsverschuldung. Diese und weitere Probleme des heutigen Geldsystems lassen sich durch eine neue Geldordnung beheben, in der alles Giralgeld durch Vollgeld, d.h. durch Zentralbankbuchgeld ersetzt wird. Dabei entsteht ein Umwandlungsgewinn in Höhe der Giralgeldmenge, der einen erheblichen Abbau der Staatsverschuldung ermöglicht. Danach ergeben sich aus der Anpassung der Geldmenge an das Wirtschaftswachstum laufend Geldschöpfungsgewinne, die zum Beispiel zur punktuellen Finanzierung von Sozialwerken und Infrastruktur oder Steuersenkungen verwendet werden können.“

Timm Gudehus ist Autor des 2016 erschienenen Buches "Neue Geldordnung - Notwendigkeit, Konzeption und Einführung"

Josh Ryan-Collins, Associate Director, New Economics Foundation, London (www.neweconomics.org)

“If you travelled to a new country and discovered that the creation and allocation of water was monopolised by privately owned profit-making companies who were underwritten by tax-payers in case they failed, you would probably consider that a strange country. One can make a very similar argument about money and credit. Its something we all need in the right amount and going to the right places. There is no de-facto reason why private banks should control it. This referendum in Switzerland offers perhaps the greatest opportunity we’ve seen in Europe for a fundamental rethink of this model and a genuine debate about the future of our economies.”

Christina von Braun, Professorin i.R. an der Humboldt Universität zu Berlin, Institut für Kulturwissenschaften:
"Geld wird von Gemeinschaften emittiert. Es kann zum Mittel sozialer Kohäsion werden, basiert aber auf jeden Fall auf der sozialen Kohäsion einer Gemeinschaft. Es ist eine Sache gegenseitigen Vertrauens: Nur das Geld einer Gemeinschaft, an die alle Mitglieder glauben, hat Glaubwürdigkeit. Das spricht für Vollgeld. Aber es heißt auch, dass Vollgeld nur da funktioniert, wo sich auch eine Gemeinschaft – etwa durch soziale Gerechtigkeit – als Gemeinschaft konstituiert hat."

Buch: Christina von Braun, Der Preis des Geldes : eine Kulturgeschichte. Berlin: 2012, www.christinavonbraun.de

Prof. Kaoru Yamaguchi, Professor für Makroökonomie und Monetäre Ökonomie, Doshisha University Kyoto (Japan):
"Eine Vollgeldreform kann Schulden beseitigen ohne Rezession, Arbeitslosigkeit oder Inflation. Öffentliche Infrastruktur kann mit schuldenfreiem Zentralbanken-Geld finanziert werden, anstatt abhängig von verzinstem Bankengeld zu bleiben.”

Hier ein Video von ihm: www.youtube.com/watch

Stephen Zarlenga, Direktor des American Monetary Institute, Autor des Buches „Der Mythos vom Geld" (The lost science of money)

Buchzitat (S. 513): 
"Natürlich muss das Geldsystem genauso wie das Rechtswesen unabhängig sein; es muss aber auch rechenschaftspflichtig sein, und die Gemeinschaft äussert sich nun einmal (indirekt) über die Politik darüber, ob das Geldsystem gut funktioniert oder nicht. Die obersten Richter über das Geldsystem sind also in der Tat die Bürgerinnen und Bürger - und nicht etwa die Hohepriester irgendeiner undefinierbaren Ideologie, der Vorstand einer Bank oder willkürlich aufgestellte Statistiken. Das Geldwesen findet seine Berechtigung darin, dass es der Allgemeinheit dient."

Christian Gomez, Docteur en Sciences économiques, ancien universitaire, ancien banquier (ex-CEO-Suisse d'une grande banque internationale) :

« En matière monétaire et financière, il faut changer de paradigme. Ne plus se contenter de réformes parcellaires, toujours plus coûteuses et toujours aussi inefficaces. Il faut attaquer le noeud central du problème: les mécanismes de création monétaire, ce que fait la réforme de la monnaie pleine. En redonnant à la Suisse sa pleine souveraineté monétaire, elle protège ses citoyens contre les crises financières et économiques et leur redonne tous les bénéfices liés au pouvoir de "battre monnaie". »

Max Otte, Ökonom, Fondsmanager & Professor für internationale Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Worms sowie an der Universität Graz:

"Die Einführung von Vollgeld wäre ein wichtiger Schritt, die Herrschaft den Banken zu brechen, unser Finanzsystem wieder auf ein solides Fundament zu stellen und ein Finanzsystem zu bauen, das den Menschen dient."

Paul Schreyer, Journalist und Autor des Buches "Wer regiert das Geld?" https://geldschoepfer.wordpress.com/

Wenn Staaten permanent bei privaten Banken verschuldet sind, wird Demokratie unmöglich, da am Ende stets die Gläubiger entscheiden. Die Vollgeld-Initiative weist auf eine der Ursachen dieser ungerechten Ordnung hin: die Möglichkeit der Banken, selbst Geld zu erzeugen. Eine breite öffentliche Debatte zu diesem Thema ist enorm wichtig, denn nur gut informierte Bürger können souverän über Alternativen entscheiden.

Norbert Häring, Ökonom, Wirtschaftsjournalist und Autor des Buches "Die Abschaffung des Bargeldes und die Folgen":

„Die Lehrbücher behaupten, Banken seien Vermittler, die Geld der Sparer an Investoren vermitteln. Das wäre auch vernünftig. Leider ist es eine Falschdarstellung. Denn die Banken vermitteln kein Geld, sie schaffen Geld. Sie genießen nämlich das Privileg, dass man mit ihren kurzfristigen Schulden (Einlagen) seine Rechnungen bezahlen kann. Das ist ein unfaires und gefährliches Privileg. Die Vollgeld-Initiative will es abschaffen. Dieses Ziel verdient Unterstützung.”

Adair Lord Turner, Britischer Unternehmer, Akademiker, ehemaliger Direktor der Britischen Finanzmarktaufsicht und Autor des Buches «Between Debt and Devil»

«In meinem neuen Buch stelle ich den Glauben in Frage, dass wir wachsende Kredite brauchen, um die Wirtschaft anzukurbeln und dass Schulden machen in Ordnung ist, solange die Inflation niedrig bleibt. Fakt ist, dass es für wirtschaftliches Wachstum gar nicht viele Kredite braucht. Sie treiben nur Immobilienblasen und führen zu Finanzkrisen und Depression.

Ich erkläre wieso  die Politik die wachsende Kreditgeldschöpfung und Allokation  managen muss und Schulden als eine Form von Verschmutzung der Wirtschaft zu besteuern sind. Banken brauchen wesentlich mehr Eigenkapital, die Kreditvergabe für Immobilien muss eingeschränkt werden, Ungleichheit muss bekämpft und der unerbittliche Anstieg von Immobilienpreisen gemildert werden.

Und ich hinterfrage den grossen Mythos um das fiat Geld – die abwegige Vorstellung, dass Gelddrucken immer zu einer schädlichen Inflation führt. Um dem, von früheren politischen Fehlentscheidungen verschuldeten, Schlamassel zu entkommen, vielleicht müssen wir manchmal Staatsschulden monetarisieren und fiskalische Defizite mit Zentralbankengeld finanzieren.»

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