VOLLGELD-INITIATIVE SCHWEIZ: PM Einzelansicht -

Internationale Studie beweist: Kaum jemand will Geldherstellung privater Banken

International/Schweiz - In einer Studie mit über 23’000 Menschen in 20 Ländern zeigt sich: Nur ein geringer Anteil der Bevölkerung weiss, dass private Banken das elektronische Geld auf unseren Konten selbst herstellen. Wenn die Befragten erfahren, dass heute über 90 Prozent des Geldes durch private Geldschöpfung entstanden ist, lehnt dies die Mehrheit ab.

Martin Wolf, Chefökonom der Financial Times, kommentiert: “Damit die Zukunft des Geldsystems diskutiert werden kann, muss die Öffentlichkeit verstehen wie das Geldsystem funktioniert. Die Studie zeigt, dass nur wenige Menschen dies wissen. Sie zeigt auch, dass wenn darüber aufgeklärt wird, dass private Banken Geld herstellen, die Bevölkerung dies nicht will.” Dr. oec Reinhold Harringer, Pressesprecher der Vollgeld-Initiative, ergänzt: “Sobald Leute erfahren, dass 90 Prozent unseres Geldes eigentlich privat hergestellte Banken-Franken sind, empfinden die meisten dies als ungerecht. Nur die Nationalbank soll unser Geld herstellen. Genau das will die Vollgeld-Initiative, die bald zur Abstimmung kommt.”

Vollgeld-Reform ist international mehrheitsfähig
Die Studie zeigt, dass eine Vollgeld-Reform rund um den Globus mehrheitsfähig ist. In der Schweiz will die Vollgeld-Initiative, die in den nächsten Jahren zur Abstimmung kommt, dass private Banken kein eigenes Geld mehr herstellen dürfen. Die Nationalbank soll neu neben Bargeld auch das elektronische Geld herstellen, so wie sich die Bevölkerung dies bereits heute vorstellt. Eine Vollgeld-Reform führt zu sicherem Geld und einem stabilen Finanzsystem, entschärft das Too-big-to-fail-Problem und verhindert Finanzblasen.

Nur Minderheit weiss über Geldherstellung der Banken Bescheid
30 Prozent der befragten Menschen wussten nicht, wer Geld herstellt. Die Hälfte ging davon aus, dass eine öffentliche Institution (Staat oder Nationalbank) Geld herstellen darf. Nur jeder Fünfte (20%) wusste die korrekte Antwort, dass private Banken mehr als 90% des Geldes herstellen.

Wer Bescheid weiss, will eine Änderung
Die Studie fragte auch, wer das Recht haben sollte, die Mehrheit des Geldes herzustellen. Nur 13 Prozent befürwortete die heutige Praxis, dass private Banken die Mehrheit des Geldes erschaffen sollen. 59 Prozent wünschte sich, dass eine öffentliche Institution wie der Staat oder die Nationalbank Geld herstellen. Von der Minderheit von 20 Prozent, die bereits wusste, dass private Banken Geld selber herstellen, wollte 63 Prozent, dass der komplette Geldschöpfungsprozess dem Staat oder der Nationalbank übertragen wird.

Zur Studie
Motivaction International und das Sustainable Finance Lab befragten über 23’000 Menschen in 20 Ländern. Die Befragung fand im Rahmen der Glocalities-Umfrage von “Motivacation International” bereits im Dezember 2013 und Januar 2014 statt, wurde aber erst jetzt veröffentlicht. Die Zahlen in der Schweiz sehen ähnlich aus, siehe Studie von August 2015.

 

Gut zu wissen - Vollgeld-Initiative

Die Vollgeld-Initiative will, dass elektronisches Geld (Giral- oder Buchgeld genannt) gleichwertig wie Münzen und Noten wird - nämlich gesetzliches Zahlungsmittel. Im Dezember 2015 wurde die Vollgeld-Initiative für krisensicheres Geld und die alleinige Geldschöpfung durch die Schweizerische Nationalbank mit über 110‘000 Unterschriften eingereicht. Voraussichtlich Ende 2017 kommt sie zur Volksabstimmung. Die Vollgeld-Initiative wurde vom Verein Monetäre Modernisierung (MoMo) mit Sitz in Wettingen gestartet. Zum wissenschaftlichen Beirat gehören unter anderem Philippe Mastronardi, Professor em. für Öffentliches Recht, Sergio Rossi, Professor für Makroökonomie und Monetäre Ökonomie und Peter Ulrich, Professor em. für Wirtschaftsethik.